Frauenfußball bekommt weltweit viel weniger Aufmerksamkeit und Anerkennung als Männerfußball. Wenn von Fußball die Rede ist, denkt die Mehrheit der Gesellschaft automatisch an Männerfußball.
Frauenfußball wurde in vielen Ländern jahrelang verboten. Auch in Deutschland wurde er vom DFB von 1955 bis 1970 untersagt.
Erst neulich stieg der Männerverein von Amedspor in die 1.Liga (tr. Süper Lig) auf. Ein großer Gewinn für viele kurdische Menschen in der Türkei und Nordkurdistan.
Dennoch wissen viele nicht, dass der Frauenverein von Amedspor schon lange in der 1.Liga der Frauen Süper Lig ist.
Das Problem das Frauenfußball global kaum ernst genommen wird ist ein strukturell verwurzeltes Problem. In jeglichen Bereichen steht Männerfußball immer im Vordergrund.
In öffentlichen Diskursen und in den Medien wird wenig über Frauenfußball gesprochen und berichtet. Die Reduzierung der Übertragungszeiten, die Verringerung der Produktionsbudgets und die eingeschränkte Berichterstattung resultieren in einem zirkulären Prozess.
Eine geringere Sichtbarkeit resultiert un einer geringeren Zuschauerzahl, was wiederum zu geringeren Werbeeinahmen und Investitionen führt. Ohne mediale Präsenz ist die Generierung von Masseninteresse nicht möglich.
Es gibt einen massiven Unterschied in der Bezahlung der Spielerinnen. Sowohl die Bezahlung als auch das Preisgeld und die Prämien sind bei den Männer viel höher als bei den Frauen.
Es gibt Berichte davon das die Sprtlerinnen aus der Türkei und Nordkurdistan vor allem während der Corona Pandemie, aber auch danach, Nebenjobs suchen mussten, um überleben zu können. Während die Fußballer nicht um ihre Existenz bangen mussten.
Stereotype wie „Fußball ist kein Sport für Frauen“ weisen auf eine tiefgreifende kutlurelle Verankerung hin. Es ist zu konstatieren dass Spielerinnen in der Regel an männlichen Maßstäben gemessen werden, anstatt den Sport als eine eigenständige Disziplin zu betrachten.
Aber nicht nur als Sportlerinnen werden die Frauen nicht ernst genommen, sondern auch als Fans nicht. Wenn Frauen sich für Fußball interessieren oder Fans von einem Verein sind, wird direkt davon ausgegangen, dass sie keine oder weniger Ahnung als die männlichen Fans haben.
Die kurdischen Frauenfußballvereine aus Amed und Colemerg sind nicht nur willkürliche Vereine, sondern auch ein Zeichen von Widerstand und Emanzipation. Sie sind von Frauen gegründete Vereine, die sich durch Frauen stützen.
Das heißt, wir können doppelt stolz sein auf unsere Sportler:innen und Vereine, die sich trotz enormer Repression immer wieder behaupten. Es ist wichtig zu reflektieren, dass die Erfolge kurdischer Frauen unsichtbar gemacht werden und dies somit als gesellschaftliches Problem benennen.
