UN-Bericht: Israel und Russland erstmals auf Liste konfliktbezogener sexueller Gewalt

Die Vereinten Nationen haben die Streit- und Sicherheitskräfte Israels sowie Russlands erstmals in ihren Jahresbericht über konfliktbezogene sexuelle Gewalt aufgenommen. Der 35-seitige Bericht von UN-Generalsekretär Antonio Guterres listet 77 staatliche und nichtstaatliche Akteure in einem Dutzend Ländern auf, gegen die der Verdacht besteht, sexuelle Gewalt in Konflikten begangen oder zu verantworten zu haben.

Gegenüber Israel erhebt der Bericht schwerwiegende Vorwürfe in Bezug auf palästinensiche Gefangene. Für das Jahr 2025 dokumentierten UN-Ermittler:innen Muster sexueller Gewalt gegen Palästinenser:innen in israelischer Haft und in den besetzten Gebieten; verifiziert wurden Vorfälle gegen 14 Männer, sieben Frauen, neun Jungen und ein Mädchen aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland. Zu den dokumentierten Handlungen zählen Vergewaltigungen , auch mit Gegenständen, Gruppenvergewaltigungen, körperliche Gewalt gegen die Genitalien sowie gezielte Schüsse auf die Genitalien. Der Bericht hält fest, dass die verifizierten Fälle als Hinweis auf ein weiterreichendes Muster zu verstehen seien und keine vollständige Auflistung darstellen, zumal Israel den UN-Ermittler:innen den erforderlichen Zugang weiterhin verweigere.

Ausdrücklich verwiesen wird auch auf eine systematische Straflosigkeit: Die unabhängige internationale Untersuchungskomission der Vereinten Nationen für die besetzten palästinensichen Gebiete stellte wiederholt fest, dass Verstöße gegen Palästinenser:innen faktisch ohne Konsequenzen bleiben.

Für Russland dokumentierte der Bericht Gewalt im Kontext des Krieges gegen die Ukraine. Trotz des durchgängig verweigerten Zugangs für UN-Menschenrechtsinvestigator:innen konnten 310 Fälle konfliktbezogener sexueller Gewalt in russisch kontrollierten Gebieten der Ukraine und in Russland selbst verifiziert werden, begangen an Kriegsgefangenen und zivilen Gefangenen. Die große Mehrzahl der Betroffenen waren Männer.

Seit Jahren enthält die Liste Akteure wie Sudan, Haiti, Syrien und Mali. UN-Generalsekretär Guterres hatte bereits im vergangenen Jahr sowohl Israel als auch Russland vor einer möglichen Aufnahme gewarnt.

Israel kündigte daraufhin die Zusammenarbeit mit dem Büro des UN-Generalsekretärs auf. Der israelische UN-Botschafter Danny Danon bezeichnete die Entscheidung als „beschämend und absurd“ und warf der UN vor, eine falsche Gleichsetzung herzustellen. Russlands UN- Botschafter Wassili Nebensja nannte die Vorwürfe „haltlose Lügen“.

Der Bericht verzeichnet für 2024 gegenüber 2023 bereits einen Anstieg der verifizierten Fälle um 25 Prozent.

Quellen:

1. U.S. News & World Report – Israeli and Russian Forces Added to UN Blacklist for Sexual Violence in Conflict Zones (28. Mai 2026): usnews.com
2. Wafa (Palestinian News Agency) – UN-Kommission zur systemischen Straflosigkeit in besetzten Gebieten: english.wafa.ps
3. GK Today – UN Blacklist Adds Israel and Russia for Sexual Violance: gktoday.in
4. Arab News Pakistan – Reaktionen Israel und Russland: arabnews.pk
5. Unternehmen Heute – Vorwarnung durch Guterres 2024: unternehmen-heute.de
6. ANF Haber Merkezi – BM, Israil ve Rusya güclerini cinsel siddet kara listesi’ne aldi (29. Mai 2026, türkischsprachige Originalmeldung)
7. ARD/ Tagesschau – Schwere Vorwürfe der UN gegen Israel (29. Mai 2026)

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