CONTENT WARNING
Dieser Artikel enthält explizite Beschreibungen von Massakern, sexualisierter Gewalt, Kindstötungen, dem Verbrennen von Menschen bei lebendigem Leibe, dem Einsatz von Giftgas, Zwangsheirat sowie erzwungener Adoption. Er behandelt den Genozid an der Bevölkerung von Dêrsim 1937/1938. Bitte lies mit Bedacht.
Das Vergessen hat einen Namen: Tunceli. Doch der Ort heißt Dêrsim. Und was dort 1937 und 1938 geschah, heißt Tertele.
Im Kirmançkî bedeutet Tertele Umkehrung, Zerstörung, Massaker. Die Bevölkerung von Dêrsim kannte das Wort bereits: Tertele viren – das erste Massaker – nannten sie den Armenischen Genozid von 1915, dem viele ihrer armenischen Nachbar:innen zum Opfer gefallen waren. Was die türkische Armee 1937/38 über sie brachte, nannten sie deshalb Tertele peen: das letzte, das nachfolgende Massaker. Es sollte nicht das letzte sein.
Vorgeschichte: Eine Region im Visier des türkischen Nationalstaats
Dêrsim ist eine Bergregion in Ostanatolien, durchzogen von Flüssen wie dem Munzur und dem Harçik, umgeben von Gipfeln des Antitaurus. Die Täler boten der Bevölkerung – Alevit:innen, die Kirmançkî und Kurmancî sprachen, sowie armenische Christ:innen, Êzîd:innen und andere Gruppen – über Jahrhunderte relativen Schutz vor staatlicher Kontrolle. Diese Eigenständigkeit machte die Region in den Augen der türkischen Nationalisten zu einem Problem.

Schon seit der Gründung der Republik 1923 galt Dêrsim in offiziellen Berichten als „aufständisch“, „rückständig“ und als Herd nicht-türkischer Identitäten. Ein staatlicher Beamter nannte die Region 1926 einen „Karbunkel, den die republikanische Regierung operieren muss“. Der Anspruch des neuen Staates war eindeutig: ein Land, eine Sprache, eine Identität – türkisch und sunnitisch-muslimisch. Alevitinnen galten als „Häretikerinnen“, mitunter als „Krypto-Armenier:innen“. Kirmançkî wurde als Mischsprache abgetan, die keinen eigenständigen Schutz verdiene.
Der gesetzliche Rahmen für die Vernichtung wurde schrittweise geschaffen. Das Siedlungsgesetz von 1934 ermöglichte die Zwangsdeportation nicht-türkischer Bevölkerungsgruppen. Das Tunceli-Gesetz von 1935, die Provinz wurde in „Tunceli“ umbenannt, was „bronzene Faust“ bedeutet, erklärte Dêrsim zu einer Sonderprovinz unter direkter Militärverwaltung. Der erste Gouverneur, General Abdullah Alpdoğan, erhielt außerordentliche Vollmachten.
Am 4. Mai 1937 beschloss der Ministerrat, unter Beteiligung von Staatspräsident Mustafa Kemal „Atatürk“ und Generalstabschef Fevzi Çakmak, den militärischen Angriff auf Dêrsim: Vernichtung der Bewaffneten, Zerstörung der Dörfer, Deportation der Bevölkerung. Die Operationen liefen 1937 an und erreichten 1938 ihren Höhepunkt. Bis zu 40.000 Soldaten, unterstützt von 40 Flugzeugen, rückten in die Berge ein.
Was geschah: Massaker, Giftgas, brennende Dörfer
Dörfer wurden niedergebrannt, Felder und Wälder in Flammen gesetzt. Im Dorf Irgan wurden Frauen und Mädchen zusammengetrieben, mit Benzin übergossen und in Brand gesetzt. Wer floh und sich in Höhlen versteckte, wurde mit Feuer, Rauch und nach mehreren übereinstimmenden Zeugenberichten mit Giftgas getötet. Wer aus den Höhlen entkam, wurde mit Bajonetten erschlagen. Tausende Frauen und Mädchen stürzten sich angesichts befürchteter Vergewaltigungen von Felsen oder warfen sich in den Fluss Munzur.
Die Verlustbilanz belegt den Charakter des Verbrechens eindeutig: Den türkischen Militärdokumenten zufolge kamen in den gesamten Operationen 1937 und 1938 rund 33 Soldaten ums Leben. Dem stehen nach offiziellen türkischen Angaben 13.160 getötete Zivilistinnen und 11.818 Deportierte gegenüber; Zahlen, die viele Forschende als deutliche Untererfassung bewerten. Die Gesamtbevölkerung Dêrsims lag bei schätzungsweise 65.000 bis 80.000 Menschen. Auch die Zahl der beschlagnahmten Waffen, rund 1.000 Stück, steht in krassem Missverhältnis zu der der Getöteten, was belegt, dass die überwiegende Mehrheit der Opfer unbewaffnet war.
Aus der Luft, vom Boden, mit Kanonen, darüber hinaus sogar mit Gasbomben, wurde in Dêrsim alles, was sich bewegte, seien es Kinder, seien es Frauen, abgeschlachtet, so formulierte es später kein Geringerer als der damalige Premier Erdoğan, als er 2011 aus Archivmaterial zitierte.
Frauen im Tertele: Besondere Gewalt, besonderes Schweigen

Die Gewalt des Dêrsim-Genozids traf Frauen auf spezifische Weise; als Mütter, Töchter, Kämpferinnen, Trägerinnen kultureller Identität und als Opfer gezielter Vernichtungsstrategien. Und doch blieb ihr Schicksal in der Geschichtsschreibung lange unsichtbar. Obwohl dank alternativer Forschungsarbeiten der letzten Jahre viel mehr über das Schicksal der bei dieser militärischen Intervention ermordeten und zwangsumgesiedelten Bevölkerung von Dêrsim bekannt wurde, blieb das Schicksal der Mädchen, die die Massaker überlebten und von Offizieren weggebracht wurden, lange unbekannt.
Sexualisierte Gewalt und Tod als Flucht vor ihr
Die brutale, unbarmherzige Militäroffensive war begleitet von stetigen Vergewaltigungen der Frauen und Mädchen. Angesichts dieser Bedrohung wählten viele Frauen den Tod. Aus den Berichten des Veterinärs und Aktivisten Nuri Dersimi, der selbst ins syrische Exil fliehen musste, geht hervor, dass Frauen und Mädchen sich in die Schluchten über dem Munzur und dem Harçik stürzten – dieselbe Strategie, die armenische Frauen 1915 angewandt hatten und auf die die Bevölkerung Dêrsims selbst immer wieder verwies.
Die Berichte türkischer Soldaten bestätigen das Ausmaß der Gewalt. Ein Soldat schilderte in seinen überlieferten Worten, wie Einheiten Frauen, Mädchen und Kinder in einer Moschee zusammentrieben, sie mit Kerosin übergossen und bei lebendigem Leibe verbrannten. Ein weiterer Zeuge berichtete, wie Soldaten Leichen nach Goldschmuck durchsuchten, Armreifen von Armen rissen und Arme abhackten, um an Schmuck zu gelangen: Zeugnis einer totalen Entmenschlichung, die staatlich erzeugt und geduldet war.
Die verlorenen Mädchen von Dêrsim
Eine der am wenigsten beleuchteten Dimensionen des Genozids betrifft die Kinder und unter ihnen vor allem die Mädchen. Im Rahmen ihrer Feldforschung deckten die Dokumentarfilmerin Nezahat Gündoğan und der Regisseur Kazım Gündoğan auf, dass Mädchen aus Dêrsim an Angehörige der militärischen und zivilen Bürokratie verteilt wurden. Ziel dieser Maßnahme war es, die alevitischen und armenischen Mädchen an die türkisch-islamische Kultur zu assimilieren.
Das Alter dieser Mädchen betrug zwischen 3 und 14 Jahren, die meisten von ihnen waren zwischen 5 und 10 Jahre alt. Sie befanden sich in einer Entwicklungsphase, in der sie ihre Sprache, ihre Kultur und ihre Identität erst zu begreifen begannen und in der der Bruch am vollständigsten vollzogen werden konnte. Die Internate sollten die Assimilierung der weiblichen Bevölkerung vorantreiben, was besonders nach 1938 ausgeweitet wurde.

Staatlich geplant war dieser Raub: Ein Brief des damaligen Innenministers Şükrü Kaya vom 4. Juni 1937 über die „Ausbildung von Dêrsim-Mädchen und -Jungen in Internaten“ dokumentiert, dass Kinder systematisch und auf Anordnung von ihren Familien getrennt wurden. Türkischen und sunnitischen Familien übergeben, wurden die Mädchen islamisiert und turkisiert. Ihre Kirmançkî-Namen wurden gestrichen, ihre Sprache verboten, ihre Erinnerung planmäßig ausgelöscht.
Hinzu kommen Hunderte Mädchen, die von Soldaten adoptiert und weggebracht worden waren und über die bis heute keine genauen Informationen vorliegen. Einige Mädchen hatten es im Nachhinein über die Hilfe ihrer Adoptiveltern oder über die Recherchen ihrer eigentlichen Verwandten geschafft, ihre richtigen Familien wiederzufinden. Die türkische Regierung hat die entsprechenden Listen bis heute nicht offengelegt.
Ein dokumentiertes Beispiel für das Schicksal dieser Mädchen ist das der armenischen Überlebenden Salihan Kiremijian. Sie war fünf oder sechs Jahre alt zur Zeit des Exils, ihr Name wurde zu Fatma umgeändert, und sie wurde mit 13 Jahren verheiratet. Ihre drei Cousinen sollen ebenfalls zwangsislamisiert worden sein. Jahrzehntelang schwieg sie über ihre Herkunft; selbst ihre Enkelkinder wussten nicht, woher sie stammte.
Fecire: Die Dichterin, die ihren Fluss nie vergaß

Fecire (Kocer) Buke wurde als Kleinkind einer türkischen Militärfamilie übergeben. Sie wuchs in Istanbul auf, fern von den Bergen Dêrsims, ohne Erinnerung an ihre Muttersprache oder ihre Familie. Was blieb, war eine Sehnsucht, die sie später in ein Gedicht fasste – auf Türkisch, weil das Kirmançkî ihr genommen worden war. Das Gedicht ist an den Munzur-Fluss gerichtet, an die Heimat, die sie nie gekannt hatte. Heute hängt es an einem Stein am Munzur Gözeleri, dem heiligen Quellort des Flusses, als eines der Zeugnisse des Raubs, der an den Mädchen Dêrsims begangen wurde.
Sabiha Gökçen: Die erste Kampfpilotin der Welt und der Genozid
Die Geschichte der Frauen im Dêrsim-Genozid ist nicht nur eine Geschichte der Opfer. Sie ist auch eine Geschichte der Täterinnen und keine ist dabei symbolisch aufgeladener als Sabiha Gökçen.
Sabiha Gökçen war die weltweit erste Militärpilotin und repräsentierte das Musterbeispiel einer modernen türkischen Frau, der jede Berufswahl offenstand. Ihre ersten Einsätze flog sie im Sommer 1937 und Frühjahr 1938 während der Niederschlagung des Dersim-Aufstandes, wo sie den Vormarsch der türkischen Bodentruppen durch Bombardements unterstützte.
Gökçen war die Adoptivtochter Mustafa Kemals, der den Beinamen „Atatürk“, „Vater der Türken“, 1934 per Parlamentsbeschluss verliehen bekam. Nach ihr wurde einer der zwei Großflughäfen Istanbuls benannt. Als „moderne“ Türkin hat Sabiha Gökçen Bomben auf alevitische Kurd:innen abgeworfen und die türkische Frau im Allgemeinen als Tochter einer soldatischen Nation verstanden. Als Vertreterin der Mehrheitsethnie und der wohlhabenden Oberschicht und nicht zuletzt aufgrund ihrer Rolle bei der Niederschlagung des Dersim-Aufstands wird sie heute von Teilen der türkischen Gesellschaft und auch in der Forschung kritisch bewertet.
Die Figur Gökçen steht für eine der bittersten Ironien des kemalistischen Nationalismus: Frauenrechte als Instrument der Modernisierung wurden propagiert und gleichzeitig dazu genutzt, eine Frau als Waffe gegen jene einzusetzen, deren Leben und Kultur man zu vernichten bereit war. Die Emanzipation der „modernen Türkin“ vollzog sich auf den Leichen der Frauen von Dêrsim.
Zarîfe Xatûn: Kämpferin Seite an Seite
Während Sabiha Gökçen zum Symbol staatlicher Weiblichkeit erhoben wurde, kämpfte auf der anderen Seite Zarîfe Xatûn– eine Frau, die in der offiziellen türkischen Geschichtsschreibung kaum existiert.
Zarîfe war die Lebens- und Kampfgefährtin des Dichters, Denkers und Widerstandsführers Alişer. Nuri Dersimi beschrieb sie als eine Frau, die in ihrer Zeit lesen und schreiben konnte, politisch wie militärisch versiert war. Alişer fragte sie vor jeder Entscheidung um Rat und traf keine Entscheidung ohne ihre Meinung. Zarîfe war Kämpferin. Viele weitere Frauen kämpften mit ihr, auch sie waren bewaffnet. Vor den Kämpfen erhielten sie militärische Ausbildung.
Alişer und seine Frau wurden am 9. Juli 1937 von Leuten, die sich als Unterstützer der Rebellion ausgaben, in einen Hinterhalt gelockt und getötet. Beide wehrten sich und beide wurden mit der Niederlage bestraft: Ihre Köpfe wurden abgetrennt und dem General Alpdoğan übergeben. Zarîfes Schriften, ihre Gedichte, ihre Dokumente wurden konfisziert und sind verschwunden.
Zarîfe Xatûn steht für eine Tradition, die in Dêrsim keine Ausnahme war: Frauen als politische und militärische Akteurinnen, als Denkerinnen und Mitentscheiderinnen. Dass Frauen in den kurdischen Widerständen eine tragende Rolle spielten, hat Tradition. Doch durch einen physischen und kulturellen Genozid wurde dieser Widerstand blutig niedergeschlagen.

Gulîzar: „Das Massaker war erst der Anfang“
Gulîzar war drei Jahre alt, als Tertele begann. Ihr Vater wurde von Soldaten abgeführt und nie wieder gesehen. An jenem Tag erschossen türkische Soldaten fünfundzwanzig Alevit:innen auf offener Straße in Dêrsim. Gulîzar überlebte mit ihrer Mutter in einem Nachbardorf. Ihre erste Muttersprache ist Kirmançkî; Türkisch lernte sie erst als Erwachsene.
An eine Szene erinnert sie sich: Ein türkischer Militärkommandeur trieb Frauen und Kinder zusammen, schlug mit einem Stock auf traditionelle Kopfbedeckungen ein und zwang die Frauen, westliche Kleidung anzuziehen. Das Verbrennen der Tracht war nicht nur Demütigung – es war der symbolische Vollzug des Vernichtungsauftrags: Zerstörung der Identität als Bedingung des Überlebens.
Was folgte, war Hunger. Die Tiere waren geschlachtet, die Felder verbrannt, die Existenzgrundlage vernichtet. Und was folgte danach, waren Jahrzehnte: Hausdurchsuchungen in den 1940er und 1950er Jahren, Dorfverbrennungen in den 1990ern, Verhaftungen bis in die Gegenwart. Gulîzars Bilanz ist knapp und unerbittlich: In den 1930ern haben sie uns massakriert. In den 1970ern haben sie uns gefoltert. In den 1990ern haben sie unsere Dörfer zerstört. Jetzt sperren sie uns ein. Nichts hat sich geändert.
Kontinuität der Gewalt: Von Tertele bis heute
Der Dêrsim-Genozid war kein historisch abgeschlossenes Ereignis. In den 1990ern, als der bewaffnete Konflikt zwischen PKK und türkischem Militär eskalierte, brannte Dêrsim erneut. Die Bevölkerung halbierte sich durch Zwangsmigration. Wälder wurden gezielt abgebrannt. Diese Periode nennt die Bevölkerung von Dêrsim das „zweite 1938″.
Nach 2015, als der Friedensprozess zusammenbrach, folgten erneut militärische Sicherheitszonen, Ausgangssperren und Verhaftungen. Die gewählten Ko-Bürgermeister:innen Dêrsims – darunter Nurhayat Altun, die nach ihrer Verhaftung 2016 über zwanzig Jahre Haft auf Basis von Terrorvorwürfen riskierte – wurden durch staatlich ernannte Zwangsverwalter ersetzt.
Das Massengrab, das Huseyin Baran 2014 in Hozat entdeckte, enthielt elf Schädel, sieben davon von Kindern, das jüngste vier Jahre alt, alle durch türkische Militärmunition getötet. Über hundert Massengräber aus der Zeit 1937/38 sind in Dêrsim bekannt. Keines wurde auf staatliche Initiative hin exhumiert.

Forderungen und fehlende Anerkennung
Die Forderungen der Bevölkerung von Dêrsim sind seit Jahrzehnten dieselben: die Rückgabe des Namens Dêrsim; die Öffnung der Staatsarchive; die Offenlegung der Listen der geraubten Mädchen; die Bekanntgabe der Begräbnisorte von Seyit Rıza und seinen Weggefährten; die Umbenennung aller Orte, die nach Täter:innen des Genozids benannt sind – Sabiha Gökçens Name trägt nach wie vor einen der größten Flughäfen der Türkei. Das Ende der erzwungenen Assimilation.
2011 sprach Erdoğan von einer „Tragödie“ und formulierte eine bedingte Entschuldigung – ohne konkrete Maßnahmen. Das ehemalige Kasernengebäude aus den 1930ern wurde 2020 nicht als Dêrsim-Museum, sondern als Tunceli-Museum wiedereröffnet. Der Ortsname bleibt offiziell Tunceli.
Zum Gedenktag 2026 haben die Demokratische Alevitische Föderation (FEDA) und der Verband demokratisch-alevitischer Frauen (DAKB) in einer gemeinsamen Erklärung die Ereignisse als „gezielten Vernichtungsprozess“ bezeichnet und eine umfassende Aufarbeitung gefordert. Die Konfrontation mit den begangenen Verbrechen sei keine Frage der Wahl, sondern eine demokratische Verpflichtung.
Dêrsim lebt
Trotz allem ist Dêrsim nicht verschwunden. Die Menschen versammeln sich am Munzur-Fluss, zünden çira an den heiligen Orten an, singen auf Kirmançkî, schreiben Parolen an Mauern. Die Sprache, die offiziell als gefährdet gilt (UNESCO 2010), wird gesprochen, bewahrt, weitergegeben. Die Erinnerung lebt in Liedern, in Klageliedern der Überlebenden, in Büchern, Dokumentarfilmen und Oral-History-Projekten.
Und sie lebt in Fecires Gedicht an den Munzur-Fluss, geschrieben in der einzigen Sprache, die ihr blieb: Türkisch, der Sprache der Täter, die zur einzigen Ausdrucksform einer geraubten Frau geworden war. Dêrsim ist überall, wo eine Frau ihre eigene Sprache nicht sprechen darf.

Quellen:
Dinç, in: A Hundred Years of Republican Turkey (Springer); Föderation der Dersim Gemeinden in Europa (FDG); Ruhr-Universität Bochum, Dêrsim-Projekt; zazaki.de Tertele und Roza Şiae; ANF Deutsch (April 2026); Sciences Po, Mass Violence (Kieser); Institut Kurde de Paris / Jacobin (Ashly); İHD (Human Rights Association Turkey); Kurdistan Tribune; Nezahat & Kazım Gündoğan / aslifiliz.com; taz; Berliner Zeitung; Wikipedia (Sabiha Gökçen, Alişer); ANF (Gedenktag Tertele); aga-online.org; KOMintern.
