{"id":2754,"date":"2026-05-04T19:54:32","date_gmt":"2026-05-04T19:54:32","guid":{"rendered":"https:\/\/zenda-info.org\/?p=2754"},"modified":"2026-05-08T09:52:24","modified_gmt":"2026-05-08T09:52:24","slug":"tertele-der-dersim-genozid-und-das-schicksal-der-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zenda-info.org\/de\/tertele-der-dersim-genozid-und-das-schicksal-der-frauen\/","title":{"rendered":"Tertele- Der D\u00earsim-Genozid und das Schicksal der Frauen"},"content":{"rendered":"\n<h6 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-90ba0651-d459-4606-81e1-697ee692bcc7\"><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#cf2e2e\" class=\"has-inline-color\">CONTENT WARNING<\/mark><\/strong><\/h6>\n\n\n\n<p id=\"block-169a08dc-1b27-49fc-adcd-4a232e208bf5\"><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#cf2e2e\" class=\"has-inline-color\">Dieser Artikel enth\u00e4lt explizite Beschreibungen von Massakern, sexualisierter Gewalt, Kindst\u00f6tungen, dem Verbrennen von Menschen bei lebendigem Leibe, dem Einsatz von Giftgas, Zwangsheirat sowie erzwungener Adoption. Er behandelt den Genozid an der Bev\u00f6lkerung von D\u00earsim 1937\/1938. Bitte lies mit Bedacht.<\/mark><\/em><\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-9619c896-2e23-4f4e-85af-0a5ba43f0e39\"><strong>Das Vergessen hat einen Namen: Tunceli. Doch der Ort hei\u00dft D\u00earsim. Und was dort 1937 und 1938 geschah, hei\u00dft Tertele.<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p id=\"block-e1091412-a8a6-4f50-a724-958e7d09423b\">Im Kirman\u00e7k\u00ee bedeutet <em>Tertele<\/em> Umkehrung, Zerst\u00f6rung, Massaker. Die Bev\u00f6lkerung von D\u00earsim kannte das Wort bereits: <em>Tertele viren<\/em> \u2013 das erste Massaker \u2013 nannten sie den Armenischen Genozid von 1915, dem viele ihrer armenischen Nachbar:innen zum Opfer gefallen waren. Was die t\u00fcrkische Armee 1937\/38 \u00fcber sie brachte, nannten sie deshalb <em>Tertele peen<\/em>: das letzte, das nachfolgende Massaker. Es sollte nicht das letzte sein.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-4e5dfdf4-2d8f-49c2-be08-84774540e045\"><strong>Vorgeschichte: Eine Region im Visier des t\u00fcrkischen Nationalstaats<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p id=\"block-0e9c444b-301c-4114-ba03-5411e856611c\">D\u00earsim ist eine Bergregion in Ostanatolien, durchzogen von Fl\u00fcssen wie dem Munzur und dem Har\u00e7ik, umgeben von Gipfeln des Antitaurus. Die T\u00e4ler boten der Bev\u00f6lkerung \u2013 Alevit:innen, die Kirman\u00e7k\u00ee und Kurmanc\u00ee sprachen, sowie armenische Christ:innen, \u00caz\u00eed:innen und andere Gruppen \u2013 \u00fcber Jahrhunderte relativen Schutz vor staatlicher Kontrolle. Diese Eigenst\u00e4ndigkeit machte die Region in den Augen der t\u00fcrkischen Nationalisten zu einem Problem.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\" id=\"block-693156f1-2b73-415d-b7c3-87dc4489c6fc\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/zenda-info.org\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/IMG_8535-768x1024.jpg\" alt=\"This image has an empty alt attribute; its file name is IMG_8535-768x1024.jpg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p id=\"block-ad665c63-6c04-42f2-87a4-256f31a9f9a3\">Schon seit der Gr\u00fcndung der Republik 1923 galt D\u00earsim in offiziellen Berichten als \u201eaufst\u00e4ndisch&#8220;, \u201er\u00fcckst\u00e4ndig&#8220; und als Herd nicht-t\u00fcrkischer Identit\u00e4ten. Ein staatlicher Beamter nannte die Region 1926 einen \u201eKarbunkel, den die republikanische Regierung operieren muss&#8220;. Der Anspruch des neuen Staates war eindeutig: ein Land, eine Sprache, eine Identit\u00e4t \u2013 t\u00fcrkisch und sunnitisch-muslimisch. Alevitinnen galten als \u201eH\u00e4retikerinnen&#8220;, mitunter als \u201eKrypto-Armenier:innen&#8220;. Kirman\u00e7k\u00ee wurde als Mischsprache abgetan, die keinen eigenst\u00e4ndigen Schutz verdiene.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-a111d1f7-78d0-4138-a5c7-6d303e0c4336\">Der gesetzliche Rahmen f\u00fcr die Vernichtung wurde schrittweise geschaffen. Das Siedlungsgesetz von 1934 erm\u00f6glichte die Zwangsdeportation nicht-t\u00fcrkischer Bev\u00f6lkerungsgruppen. Das Tunceli-Gesetz von 1935, die Provinz wurde in \u201eTunceli&#8220; umbenannt, was \u201ebronzene Faust&#8220; bedeutet, erkl\u00e4rte D\u00earsim zu einer Sonderprovinz unter direkter Milit\u00e4rverwaltung. Der erste Gouverneur, General Abdullah Alpdo\u011fan, erhielt au\u00dferordentliche Vollmachten.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-d1eba790-78f4-41a7-824f-78091ca63aa4\">Am 4. Mai 1937 beschloss der Ministerrat, unter Beteiligung von Staatspr\u00e4sident Mustafa Kemal \u201eAtat\u00fcrk&#8220; und Generalstabschef Fevzi \u00c7akmak, den milit\u00e4rischen Angriff auf D\u00earsim: Vernichtung der Bewaffneten, Zerst\u00f6rung der D\u00f6rfer, Deportation der Bev\u00f6lkerung. Die Operationen liefen 1937 an und erreichten 1938 ihren H\u00f6hepunkt. Bis zu 40.000 Soldaten, unterst\u00fctzt von 40 Flugzeugen, r\u00fcckten in die Berge ein.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-c0d77b85-5321-4d5b-8396-ec4dfd675893\"><strong>Was geschah: Massaker, Giftgas, brennende D\u00f6rfer<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p id=\"block-3d57b906-4d97-4930-8e8b-f7926e84d1a6\">D\u00f6rfer wurden niedergebrannt, Felder und W\u00e4lder in Flammen gesetzt. Im Dorf Irgan wurden Frauen und M\u00e4dchen zusammengetrieben, mit Benzin \u00fcbergossen und in Brand gesetzt. Wer floh und sich in H\u00f6hlen versteckte, wurde mit Feuer, Rauch und nach mehreren \u00fcbereinstimmenden Zeugenberichten mit Giftgas get\u00f6tet. Wer aus den H\u00f6hlen entkam, wurde mit Bajonetten erschlagen. Tausende Frauen und M\u00e4dchen st\u00fcrzten sich angesichts bef\u00fcrchteter Vergewaltigungen von Felsen oder warfen sich in den Fluss Munzur.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-d2cdd368-55d9-4067-9727-377f16c34cb5\">Die Verlustbilanz belegt den Charakter des Verbrechens eindeutig: Den t\u00fcrkischen Milit\u00e4rdokumenten zufolge kamen in den gesamten Operationen 1937 und 1938 rund 33 Soldaten ums Leben. Dem stehen nach offiziellen t\u00fcrkischen Angaben 13.160 get\u00f6tete Zivilistinnen und 11.818 Deportierte gegen\u00fcber; Zahlen, die viele Forschende als deutliche Untererfassung bewerten. Die Gesamtbev\u00f6lkerung D\u00earsims lag bei sch\u00e4tzungsweise 65.000 bis 80.000 Menschen. Auch die Zahl der beschlagnahmten Waffen, rund 1.000 St\u00fcck, steht in krassem Missverh\u00e4ltnis zu der der Get\u00f6teten, was belegt, dass die \u00fcberwiegende Mehrheit der Opfer unbewaffnet war.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-cd6e20ee-bf8d-4963-b483-52bac462f637\">Aus der Luft, vom Boden, mit Kanonen, dar\u00fcber hinaus sogar mit Gasbomben, wurde in D\u00earsim alles, was sich bewegte, seien es Kinder, seien es Frauen, abgeschlachtet, so formulierte es sp\u00e4ter kein Geringerer als der damalige Premier Erdo\u011fan, als er 2011 aus Archivmaterial zitierte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-c171b5dc-5bc6-479b-9bcd-2d460d73f82c\"><strong>Frauen im Tertele: Besondere Gewalt, besonderes Schweigen<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\" id=\"block-2070ca21-2952-45a5-96e4-dd4cb748390c\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/zenda-info.org\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/12-1-819x1024.png\" alt=\"This image has an empty alt attribute; its file name is 12-1-819x1024.png\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p id=\"block-63dd2041-0fb4-4bd4-a261-f513097b9e05\">Die Gewalt des D\u00earsim-Genozids traf Frauen auf spezifische Weise; als M\u00fctter, T\u00f6chter, K\u00e4mpferinnen, Tr\u00e4gerinnen kultureller Identit\u00e4t und als Opfer gezielter Vernichtungsstrategien. Und doch blieb ihr Schicksal in der Geschichtsschreibung lange unsichtbar. Obwohl dank alternativer Forschungsarbeiten der letzten Jahre viel mehr \u00fcber das Schicksal der bei dieser milit\u00e4rischen Intervention ermordeten und zwangsumgesiedelten Bev\u00f6lkerung von D\u00earsim bekannt wurde, blieb das Schicksal der M\u00e4dchen, die die Massaker \u00fcberlebten und von Offizieren weggebracht wurden, lange unbekannt.&nbsp;<br>\ufeff<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-bab22dc8-3bfe-4ffb-b6a7-eef7d2aba4d5\"><strong>Sexualisierte Gewalt und Tod als Flucht vor ihr<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p id=\"block-716d8d88-c229-4aa6-a6d1-ce2b0a521950\">Die brutale, unbarmherzige Milit\u00e4roffensive war begleitet von stetigen Vergewaltigungen der Frauen und M\u00e4dchen. Angesichts dieser Bedrohung w\u00e4hlten viele Frauen den Tod. Aus den Berichten des Veterin\u00e4rs und Aktivisten Nuri Dersimi, der selbst ins syrische Exil fliehen musste, geht hervor, dass Frauen und M\u00e4dchen sich in die Schluchten \u00fcber dem Munzur und dem Har\u00e7ik st\u00fcrzten \u2013 dieselbe Strategie, die armenische Frauen 1915 angewandt hatten und auf die die Bev\u00f6lkerung D\u00earsims selbst immer wieder verwies.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-83df5526-5b2e-4eaa-8f60-f864ec283548\">Die Berichte t\u00fcrkischer Soldaten best\u00e4tigen das Ausma\u00df der Gewalt. Ein Soldat schilderte in seinen \u00fcberlieferten Worten, wie Einheiten Frauen, M\u00e4dchen und Kinder in einer Moschee zusammentrieben, sie mit Kerosin \u00fcbergossen und bei lebendigem Leibe verbrannten. Ein weiterer Zeuge berichtete, wie Soldaten Leichen nach Goldschmuck durchsuchten, Armreifen von Armen rissen und Arme abhackten, um an Schmuck zu gelangen: Zeugnis einer totalen Entmenschlichung, die staatlich erzeugt und geduldet war.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-9cd8ba77-b850-460d-a543-007493590439\"><strong>Die verlorenen M\u00e4dchen von D\u00earsim<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p id=\"block-f4dd6943-2795-42e6-a062-88dc06b4bada\">Eine der am wenigsten beleuchteten Dimensionen des Genozids betrifft die Kinder und unter ihnen vor allem die M\u00e4dchen. Im Rahmen ihrer Feldforschung deckten die Dokumentarfilmerin Nezahat G\u00fcndo\u011fan und der Regisseur Kaz\u0131m G\u00fcndo\u011fan auf, dass M\u00e4dchen aus D\u00earsim an Angeh\u00f6rige der milit\u00e4rischen und zivilen B\u00fcrokratie verteilt wurden. Ziel dieser Ma\u00dfnahme war es, die alevitischen und armenischen M\u00e4dchen an die t\u00fcrkisch-islamische Kultur zu assimilieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-21060270-59c4-47cd-a7af-1a1f3a701e09\">Das Alter dieser M\u00e4dchen betrug zwischen 3 und 14 Jahren, die meisten von ihnen waren zwischen 5 und 10 Jahre alt. Sie befanden sich in einer Entwicklungsphase, in der sie ihre Sprache, ihre Kultur und ihre Identit\u00e4t erst zu begreifen begannen und in der der Bruch am vollst\u00e4ndigsten vollzogen werden konnte. Die Internate sollten die Assimilierung der weiblichen Bev\u00f6lkerung vorantreiben, was besonders nach 1938 ausgeweitet wurde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\" id=\"block-3b346220-02e5-450b-8df9-22cb9cc4a015\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/zenda-info.org\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/12-2-edited.png\" alt=\"This image has an empty alt attribute; its file name is 12-2-edited.png\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p id=\"block-4ba42c78-db4b-4506-8065-3bf8433c5831\">Staatlich geplant war dieser Raub: Ein Brief des damaligen Innenministers \u015e\u00fckr\u00fc Kaya vom 4. Juni 1937 \u00fcber die \u201eAusbildung von D\u00earsim-M\u00e4dchen und -Jungen in Internaten&#8220; dokumentiert, dass Kinder systematisch und auf Anordnung von ihren Familien getrennt wurden. T\u00fcrkischen und sunnitischen Familien \u00fcbergeben, wurden die M\u00e4dchen islamisiert und turkisiert. Ihre Kirman\u00e7k\u00ee-Namen wurden gestrichen, ihre Sprache verboten, ihre Erinnerung planm\u00e4\u00dfig ausgel\u00f6scht.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-a70a4624-b2f0-486f-a90f-094de30b2966\">Hinzu kommen Hunderte M\u00e4dchen, die von Soldaten adoptiert und weggebracht worden waren und \u00fcber die bis heute keine genauen Informationen vorliegen. Einige M\u00e4dchen hatten es im Nachhinein \u00fcber die Hilfe ihrer Adoptiveltern oder \u00fcber die Recherchen ihrer eigentlichen Verwandten geschafft, ihre richtigen Familien wiederzufinden. Die t\u00fcrkische Regierung hat die entsprechenden Listen bis heute nicht offengelegt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-2868c0eb-25c8-42bb-bc34-08e8e02875c4\">Ein dokumentiertes Beispiel f\u00fcr das Schicksal dieser M\u00e4dchen ist das der armenischen \u00dcberlebenden Salihan Kiremijian. Sie war f\u00fcnf oder sechs Jahre alt zur Zeit des Exils, ihr Name wurde zu Fatma umge\u00e4ndert, und sie wurde mit 13 Jahren verheiratet. Ihre drei Cousinen sollen ebenfalls zwangsislamisiert worden sein. Jahrzehntelang schwieg sie \u00fcber ihre Herkunft; selbst ihre Enkelkinder wussten nicht, woher sie stammte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-f549db2a-af12-4349-aba9-729f0650b0f2\"><strong>Fecire: Die Dichterin, die ihren Fluss nie verga\u00df<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/zenda-info.org\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/signal-2026-05-04-131616-1-1024x1024.jpeg\" alt=\"\" style=\"width:396px;height:auto\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p id=\"block-2b7372a6-82de-47d6-99b5-514f98a0d192\">Fecire (Kocer) Buke wurde als Kleinkind einer t\u00fcrkischen Milit\u00e4rfamilie \u00fcbergeben. Sie wuchs in Istanbul auf, fern von den Bergen D\u00earsims, ohne Erinnerung an ihre Muttersprache oder ihre Familie. Was blieb, war eine Sehnsucht, die sie sp\u00e4ter in ein Gedicht fasste \u2013 auf T\u00fcrkisch, weil das Kirman\u00e7k\u00ee ihr genommen worden war. Das Gedicht ist an den Munzur-Fluss gerichtet, an die Heimat, die sie nie gekannt hatte. Heute h\u00e4ngt es an einem Stein am Munzur G\u00f6zeleri, dem heiligen Quellort des Flusses, als eines der Zeugnisse des Raubs, der an den M\u00e4dchen D\u00earsims begangen wurde.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-5bb81905-9062-4f27-a200-aba5416638f4\"><strong>Sabiha G\u00f6k\u00e7en: Die erste Kampfpilotin der Welt und der Genozid<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p id=\"block-c9733737-772f-478e-a3b7-3cd970ff79f7\">Die Geschichte der Frauen im D\u00earsim-Genozid ist nicht nur eine Geschichte der Opfer. Sie ist auch eine Geschichte der T\u00e4terinnen und keine ist dabei symbolisch aufgeladener als Sabiha G\u00f6k\u00e7en.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-ec11fd61-5871-4ff7-9a43-e685f69ae489\">Sabiha G\u00f6k\u00e7en war die weltweit erste Milit\u00e4rpilotin und repr\u00e4sentierte das Musterbeispiel einer modernen t\u00fcrkischen Frau, der jede Berufswahl offenstand. Ihre ersten Eins\u00e4tze flog sie im Sommer 1937 und Fr\u00fchjahr 1938 w\u00e4hrend der Niederschlagung des Dersim-Aufstandes, wo sie den Vormarsch der t\u00fcrkischen Bodentruppen durch Bombardements unterst\u00fctzte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-3243ff7d-c53f-4499-aaa3-4a11f7e51b22\">G\u00f6k\u00e7en war die Adoptivtochter Mustafa Kemals, der den Beinamen \u201eAtat\u00fcrk&#8220;, \u201eVater der T\u00fcrken&#8220;, 1934 per Parlamentsbeschluss verliehen bekam. Nach ihr wurde einer der zwei Gro\u00dfflugh\u00e4fen Istanbuls benannt. Als \u201emoderne&#8220; T\u00fcrkin hat Sabiha G\u00f6k\u00e7en Bomben auf alevitische Kurd:innen abgeworfen und die t\u00fcrkische Frau im Allgemeinen als Tochter einer soldatischen Nation verstanden. Als Vertreterin der Mehrheitsethnie und der wohlhabenden Oberschicht und nicht zuletzt aufgrund ihrer Rolle bei der Niederschlagung des Dersim-Aufstands wird sie heute von Teilen der t\u00fcrkischen Gesellschaft und auch in der Forschung kritisch bewertet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-4343c285-4690-4c9c-8cb7-70a5cf57ed54\">Die Figur G\u00f6k\u00e7en steht f\u00fcr eine der bittersten Ironien des kemalistischen Nationalismus: Frauenrechte als Instrument der Modernisierung wurden propagiert und gleichzeitig dazu genutzt, eine Frau als Waffe gegen jene einzusetzen, deren Leben und Kultur man zu vernichten bereit war. Die Emanzipation der \u201emodernen T\u00fcrkin&#8220; vollzog sich auf den Leichen der Frauen von D\u00earsim.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-52b0297c-48c5-44e3-a329-be92ae197ae1\"><strong>Zar\u00eefe Xat\u00fbn: K\u00e4mpferin Seite an Seite<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p id=\"block-83d88332-c56b-457d-855a-5a72bfda7449\">W\u00e4hrend Sabiha G\u00f6k\u00e7en zum Symbol staatlicher Weiblichkeit erhoben wurde, k\u00e4mpfte auf der anderen Seite Zar\u00eefe Xat\u00fbn\u2013 eine Frau, die in der offiziellen t\u00fcrkischen Geschichtsschreibung kaum existiert.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-c2706572-abd6-47f5-a322-d614f07bbeb2\">Zar\u00eefe war die Lebens- und Kampfgef\u00e4hrtin des Dichters, Denkers und Widerstandsf\u00fchrers Ali\u015fer. Nuri Dersimi beschrieb sie als eine Frau, die in ihrer Zeit lesen und schreiben konnte, politisch wie milit\u00e4risch versiert war. Ali\u015fer fragte sie vor jeder Entscheidung um Rat und traf keine Entscheidung ohne ihre Meinung. Zar\u00eefe war K\u00e4mpferin. Viele weitere Frauen k\u00e4mpften mit ihr, auch sie waren bewaffnet. Vor den K\u00e4mpfen erhielten sie milit\u00e4rische Ausbildung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-46e84c49-629a-4439-82c2-5338b1395d38\">Ali\u015fer und seine Frau wurden am 9. Juli 1937 von Leuten, die sich als Unterst\u00fctzer der Rebellion ausgaben, in einen Hinterhalt gelockt und get\u00f6tet. Beide wehrten sich und beide wurden mit der Niederlage bestraft: Ihre K\u00f6pfe wurden abgetrennt und dem General Alpdo\u011fan \u00fcbergeben. Zar\u00eefes Schriften, ihre Gedichte, ihre Dokumente wurden konfisziert und sind verschwunden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-fdc1b831-88e1-4ad9-8e04-d111965be97b\">Zar\u00eefe Xat\u00fbn steht f\u00fcr eine Tradition, die in D\u00earsim keine Ausnahme war: Frauen als politische und milit\u00e4rische Akteurinnen, als Denkerinnen und Mitentscheiderinnen. Dass Frauen in den kurdischen Widerst\u00e4nden eine tragende Rolle spielten, hat Tradition. Doch durch einen physischen und kulturellen Genozid wurde dieser Widerstand blutig niedergeschlagen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/zenda-info.org\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/13-819x1024.png\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-8744bdf3-aa6a-48c6-b946-be5373aba5e3\"><strong>Gul\u00eezar: \u201eDas Massaker war erst der Anfang&#8220;<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p id=\"block-1bec20a4-4bfe-4a71-9ec3-78b1266d625b\">Gul\u00eezar war drei Jahre alt, als Tertele begann. Ihr Vater wurde von Soldaten abgef\u00fchrt und nie wieder gesehen. An jenem Tag erschossen t\u00fcrkische Soldaten f\u00fcnfundzwanzig Alevit:innen auf offener Stra\u00dfe in D\u00earsim. Gul\u00eezar \u00fcberlebte mit ihrer Mutter in einem Nachbardorf. Ihre erste Muttersprache ist Kirman\u00e7k\u00ee; T\u00fcrkisch lernte sie erst als Erwachsene.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-c632d8e9-4c26-4176-beac-99498f179788\">An eine Szene erinnert sie sich: Ein t\u00fcrkischer Milit\u00e4rkommandeur trieb Frauen und Kinder zusammen, schlug mit einem Stock auf traditionelle Kopfbedeckungen ein und zwang die Frauen, westliche Kleidung anzuziehen. Das Verbrennen der Tracht war nicht nur Dem\u00fctigung \u2013 es war der symbolische Vollzug des Vernichtungsauftrags: Zerst\u00f6rung der Identit\u00e4t als Bedingung des \u00dcberlebens.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-5eec592f-b6f0-42de-a20a-1a7cbf8f67e2\">Was folgte, war Hunger. Die Tiere waren geschlachtet, die Felder verbrannt, die Existenzgrundlage vernichtet. Und was folgte danach, waren Jahrzehnte: Hausdurchsuchungen in den 1940er und 1950er Jahren, Dorfverbrennungen in den 1990ern, Verhaftungen bis in die Gegenwart. Gul\u00eezars Bilanz ist knapp und unerbittlich: In den 1930ern haben sie uns massakriert. In den 1970ern haben sie uns gefoltert. In den 1990ern haben sie unsere D\u00f6rfer zerst\u00f6rt. Jetzt sperren sie uns ein. Nichts hat sich ge\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-de44dccb-1a04-4afc-a7cd-697d33e44592\"><strong>Kontinuit\u00e4t der Gewalt: Von Tertele bis heute<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p id=\"block-de60f403-e498-42b1-8da3-0ffe1c63e684\">Der D\u00earsim-Genozid war kein historisch abgeschlossenes Ereignis. In den 1990ern, als der bewaffnete Konflikt zwischen PKK und t\u00fcrkischem Milit\u00e4r eskalierte, brannte D\u00earsim erneut. Die Bev\u00f6lkerung halbierte sich durch Zwangsmigration. W\u00e4lder wurden gezielt abgebrannt. Diese Periode nennt die Bev\u00f6lkerung von D\u00earsim das \u201ezweite 1938&#8243;.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-155f3de6-a46e-4151-9386-8615658e7c3f\">Nach 2015, als der Friedensprozess zusammenbrach, folgten erneut milit\u00e4rische Sicherheitszonen, Ausgangssperren und Verhaftungen. Die gew\u00e4hlten Ko-B\u00fcrgermeister:innen D\u00earsims \u2013 darunter Nurhayat Altun, die nach ihrer Verhaftung 2016 \u00fcber zwanzig Jahre Haft auf Basis von Terrorvorw\u00fcrfen riskierte \u2013 wurden durch staatlich ernannte Zwangsverwalter ersetzt.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-9de4e366-8faf-452a-b79d-3455927c761c\">Das Massengrab, das Huseyin Baran 2014 in Hozat entdeckte, enthielt elf Sch\u00e4del, sieben davon von Kindern, das j\u00fcngste vier Jahre alt, alle durch t\u00fcrkische Milit\u00e4rmunition get\u00f6tet. \u00dcber hundert Massengr\u00e4ber aus der Zeit 1937\/38 sind in D\u00earsim bekannt. Keines wurde auf staatliche Initiative hin exhumiert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\" id=\"block-b69fa228-1e2e-48f7-a216-31b45da8b2b4\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/zenda-info.org\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/11-1-819x1024.png\" alt=\"This image has an empty alt attribute; its file name is 11-1-819x1024.png\"\/><\/figure>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-b044974b-2334-47d5-b5e6-b9d717d79e33\"><strong>Forderungen und fehlende Anerkennung<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p id=\"block-fa15e650-514f-4038-9e58-9f69a681a2d7\">Die Forderungen der Bev\u00f6lkerung von D\u00earsim sind seit Jahrzehnten dieselben: die R\u00fcckgabe des Namens D\u00earsim; die \u00d6ffnung der Staatsarchive; die Offenlegung der Listen der geraubten M\u00e4dchen; die Bekanntgabe der Begr\u00e4bnisorte von Seyit R\u0131za und seinen Weggef\u00e4hrten; die Umbenennung aller Orte, die nach T\u00e4ter:innen des Genozids benannt sind \u2013 Sabiha G\u00f6k\u00e7ens Name tr\u00e4gt nach wie vor einen der gr\u00f6\u00dften Flugh\u00e4fen der T\u00fcrkei. Das Ende der erzwungenen Assimilation.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-6ec9622f-ebf8-4612-8261-4057f6d73989\">2011 sprach Erdo\u011fan von einer \u201eTrag\u00f6die&#8220; und formulierte eine bedingte Entschuldigung \u2013 ohne konkrete Ma\u00dfnahmen. Das ehemalige Kasernengeb\u00e4ude aus den 1930ern wurde 2020 nicht als D\u00earsim-Museum, sondern als Tunceli-Museum wiederer\u00f6ffnet. Der Ortsname bleibt offiziell Tunceli.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-ca11d43a-c6af-4c55-9b85-acefae586188\">Zum Gedenktag 2026 haben die Demokratische Alevitische F\u00f6deration (FEDA) und der Verband demokratisch-alevitischer Frauen (DAKB) in einer gemeinsamen Erkl\u00e4rung die Ereignisse als \u201egezielten Vernichtungsprozess&#8220; bezeichnet und eine umfassende Aufarbeitung gefordert. Die Konfrontation mit den begangenen Verbrechen sei keine Frage der Wahl, sondern eine demokratische Verpflichtung.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-1e157dbc-3f7e-490e-8503-3985f4b2cf6c\"><strong>D\u00earsim lebt<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p id=\"block-ebf92a98-4b3f-43fe-894f-7fee76785f77\">Trotz allem ist D\u00earsim nicht verschwunden. Die Menschen versammeln sich am Munzur-Fluss, z\u00fcnden <em>\u00e7ira<\/em> an den heiligen Orten an, singen auf Kirman\u00e7k\u00ee, schreiben Parolen an Mauern. Die Sprache, die offiziell als gef\u00e4hrdet gilt (UNESCO 2010), wird gesprochen, bewahrt, weitergegeben. Die Erinnerung lebt in Liedern, in Klageliedern der \u00dcberlebenden, in B\u00fcchern, Dokumentarfilmen und Oral-History-Projekten.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-4cd3eddd-0089-47c8-acd0-a29caf378685\">Und sie lebt in Fecires Gedicht an den Munzur-Fluss, geschrieben in der einzigen Sprache, die ihr blieb: T\u00fcrkisch, der Sprache der T\u00e4ter, die zur einzigen Ausdrucksform einer geraubten Frau geworden war. D\u00earsim ist \u00fcberall, wo eine Frau ihre eigene Sprache nicht sprechen darf.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\" id=\"block-b243f076-6bea-4cb2-b56e-f27932e83fb9\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/zenda-info.org\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/IMG_8442-768x1024.jpg\" alt=\"This image has an empty alt attribute; its file name is IMG_8442-768x1024.jpg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-b1cc9716-ae75-4486-b99f-fadba9f60e63\"><strong><em>Quellen:<\/em><\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p id=\"block-95255361-055f-4d57-ac20-a1d2311c7846\"><em>Din\u00e7, in: A Hundred Years of Republican Turkey (Springer); F\u00f6deration der Dersim Gemeinden in Europa (FDG); Ruhr-Universit\u00e4t Bochum, D\u00earsim-Projekt; zazaki.de Tertele und Roza \u015eiae; ANF Deutsch (April 2026); Sciences Po, Mass Violence (Kieser); Institut Kurde de Paris \/ Jacobin (Ashly); \u0130HD (Human Rights Association Turkey); Kurdistan Tribune; Nezahat &amp; Kaz\u0131m G\u00fcndo\u011fan \/ aslifiliz.com; taz; Berliner Zeitung; Wikipedia (Sabiha G\u00f6k\u00e7en, Ali\u015fer); ANF (Gedenktag Tertele); aga-online.org; KOMintern.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-a8f90af7-ed43-480b-beea-79ea435b1661\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel kl\u00e4rt \u00fcber den Genozid an der Bev\u00f6lkerung von D\u00earsim von 1937\/1938 auf. Er analysiert den historischen Hintergrund des Verbrechens und zeigt insbesondere die Gewalt gegen Frauen auf. Bitte lies mit Bedacht.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2756,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"give_campaign_id":0,"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"set","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[62,61,63,1,60],"tags":[120,119,117],"class_list":["post-2754","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-analysen","category-artikel","category-einordnungen","category-uncategorized","category-wissen-hintergruende","tag-dersim-2","tag-frauen","tag-genozid"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zenda-info.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2754","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zenda-info.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/zenda-info.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zenda-info.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zenda-info.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2754"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/zenda-info.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2754\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2784,"href":"https:\/\/zenda-info.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2754\/revisions\/2784"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zenda-info.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2756"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zenda-info.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2754"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zenda-info.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2754"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/zenda-info.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2754"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}